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Westfälische Nachrichten

Dorfentwicklung Westbevern

Es ist Fünf vor Zwölf

Es ist fünf vor zwölf! Oder doch schon zu spät?

Ein Ort von fast 4.000 Einwohnern ohne Gastronomie? In Westbevern-Dorf und Vadrup mit früher sieben Gaststätten könnte das bald wahr werden. Doch, wenn das nur einzige Dilemma im Beverdorf wäre. Denn allein generationsbedingt könnte bald auch nur noch ein Geschäft verbleiben.
Rat und Verwaltung können das Thema nicht weiter vor sich herschieben. Die Parteien sollten es nutzen, den Bürgern mal wieder zu zeigen, dass sie auch für Bürger im ländlichen Raum da sind.

Die vom Krink allein finanzierte Studie 2002 - woran auch die jetzige Krinkvorsitzende sehr intensiv mitgearbeitet hat - enthält viele, von über 1.500 Westbeverner Bürgern eingebrachte, nützliche Ansatzpunkte, die auch heute noch akut sind. Doch wurden die Ergebnisse eher belächelt, nur wenige Rastmitglieder haben sie wirklich ernst genommen. Noch haben Vadrup und Dorf eine gute Grundversorgung, auch wenn sich die Schließung der Vadruper Schule mehr und mehr als Fehler erweist. Das Interesse an Selbstständigkeit in Westbevern ist vorhanden, doch alle gewerblichen Ansiedlungsgedanken in Dorf oder Vadrup scheitern letztendlich am Willen höherer Stellen, obwohl entscheidende gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sind. Alle Bürgerinnen und Bürger könnten davon nur profitieren. Doch die in den letzten Jahren ausgerichtete Wirtschaftsförderung zeigt eher, dass es die freien Gewerbeplätze im Kiebitzpohl zu füllen gilt, als sich mit Westbevern zu beschäftigen.
Besonders die sprunghaft gestiegene Einwohnerzahl in Vadrup und das hohe Interesse an Baugrundstücken untermauern die Überarbeitung vorhandener Entwicklungskonzepte, an dem die Bürger, Fachleute und die Vereine vor Ort aktiv teilnehmen sollten, wenn sie denn dürften.
Die Absicht, weitere behindertengerechte Seniorenwohnungen zu schaffen, ist sehr zu begrüßen.
Werden aber weiterhin Sicherung und Ausbau der Grundversorgung wenig beachtet, wird die derzeit noch gute Wohnqualität schnell verloren gehen! Das verhindert auch nicht die schnelle Verkehrsanbindung per Bahn nach Münster und Osnabrück.
Dank an die noch vorhandenen Geschäftsinhaber, die trotz des schon erreichten Rentenalters noch weiter aktiv sind. Und auch da muss man ansetzen, nun endlich mal abzuklären, wie lange das noch so bleiben wird. Haben die langjährigen Kunden aus Westbevern nicht auch einen Anspruch darauf, dies zu erfahren?

In den letzten drei Jahrzehnten hat Westbevern durch eine starke, handlungsfähige Dorfgemeinschaft viel für das gute Wohnumfeld in beiden Ortsteilen erreicht. Die gemeinsam umgesetzten Projekte, wie die Mehrzweckhalle, Dorfspeicher, Brinker Platz und Rückbau der L 588 in Vadrup zeigen dies sehr deutlich. Hinzuzurechnen sind die hohen Eigenleistungen am Reit- und Sportzentrum und vieles mehr. Und heute? - Vereine, Gewerbetreibende und Bürger in Westbevern sollten darüber nachdenken, ob sie nicht wieder zu einer starken Vereinsgemeinschaft zurückkehren sollten. Sein "Eigenes Süppchen" sollte dann aber niemand mehr kochen wollen. Dorf und Vadrup müssen schnell zur starken Gemeinschaft zurückfinden, wollen sie noch positiv Einfluss auf zukunftsorientierte Dorfentwicklung nehmen. Kein Dorf im Münsterland hat so viel erreicht. Doch Stillstand ist Rückstand. Was sagten doch ehemalige Westbeverner Vereinsvorsitzende in den 90-er Jahren? "Nur gemeinsam sind wir stark". Das sollte auch heute noch gelten – für Alle!
R. Hobeling
Lütken Heide 42
48291 Westbevern-Vadrup

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